Ausstellung: „Hospizarbeit allgemein und in Eberbach“

Sie sind hier: Start > Ausstellungen & Veranstaltungen > Ausstellung: „Hospizarbeit allgemein und in Eberbach“
2009
- September 2009

Im Mittelalter waren Hospize (von lat. „hospitium“ Gastfreundschaft; Herberge) Herbergen für Pilger, Wanderer, Kranke, Waisen, Gebärende und Bedürftige. Sie wurden meist von Ordensgemeinschaften geführt. Leben  und  Sterben gehörten selbstverständlich zusammen.  In der Folgezeit entwickelten sich Hospize und Krankenhäuser auseinander. Hospize blieben  Unterbringungs- und  Verpflegungsstätten für Pilger und andere  Reisende.

Die Entwicklung der Hospizbewegung im 20. Jahrhundert kann als Reaktion auf den Umgang mit Sterbenden und dem Tod in der modernen Gesellschaft verstanden werden. Sie ist untrennbar mit dem Namen der englischen Krankenschwester und Ärztin Cicely Sounders (I9I8-2005) verbunden und dem von ihr 1967 in London gegründeten St.Christoplter’s Hospice.

Ein Hospiz sollte ein Zufluchtsort für Sterbende sein, eine Raststätte, in der sie in Frieden und Würde sterben könnten. Saunders gilt weltweit als Begründerin der Hospiz- und  Palliativbewegung.

In Deutschland begann die Hospiz – Bewegung in den 80 er Jahren. 1986 wurde das erste deutsche Hospiz in Aachen gegründet. In den 90er Jahrewuchs die Akzeptanz und Etablierungdes Hospizgedankens. Es entstanden immer mehr ambulante Hospizdienste, stationäre Hospizeinrichtungen und Palliativstationen. Die Anzahl der ambulanten undstationären Hospizdienste nimmt stetig zu.

Ambulante Hospiz- und Palliativdienste (einschl. der spezialisierten Dienste für Kinder):
1996:451;
2001: 927;
2007:1450!

Der ökumenische ambulante Hospizdienst Eberbach-Schönbrunn wurde 1997 gegründet. Die gut ausgebildeten Hospizbegleiterlnnen arbeiten ehrenamtlich und kostenlos.Ihr Dienst steht jedem Menschen und seinen Angehörigen in schwerer Krankheit, im Sterben bis zum Tod und auch in der Zeit der Trauer unabhängig von seiner Herkunft, Religion und Alter zur Verfügung.

Er ist eine Ergänzung zur Pflege von schwerkranken und sterbenden Menschen. Ziel des Hospizdienstes ist es, ihnen möglichst lange ein Verbleiben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Ein enges Zusammenwirken mit Pflegediensten, Krankenhaus, Altenheimen und Ärzten ist dabei wichtig. Die menschliche Würde und ihre Unantastbarkeit wird respektiert; körperliche und seelische Erfordernisse, Wünsche und Bedürfnisse werden berücksichtigt. So wird ein menschenwürdiges Leben bis zum Schluss ermöglicht.

Am 26.01.2006 wurde der Hospizverein Eberbach- Schönbrunn gegründet. Er hat z. Zt. 83 Mitglieder.

Der Verein orientiert sich an den Ideen der in England entstandenen Hospizbewegung. Er fördert Vorträge zum Thema Sterben und Tod, die Aus- u. Weiterbildung von Hospizmitarbeiterinnen und –mitarbeitern und die Verbreitung der Hospizidee.

Der Verein möchte eine umfassende ambulante und stationäre Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden erreichen unter Berücksichtigung ihrer körperlichen, geistigen, seelischen, spirituellen und sozialen Bedürfnisse.

Ziel ist deshalb die Errichtung eines stationären Hospizes in Eberbach!

Der Verein tritt ein für die Achtung der Würde des Betroffenen und sein Recht auf Selbstbestimmung  und er betont die Wichtigkeit der Betreuung der Angehörigen auch in der Trauerzeit.

Als erster Schritt hin zu einem stationären Hospiz ist die Einrichtung eines Wohnhospizes geplant. Die Betreuung in einer Hospizwohnung ist ähnlich konzipiert wie die Betreuung zuhause. Jedoch wird eine Betreuung „Rund um die Uhr“ gewährleistet. Die Pflege findet durch einen frei gewählten Pflegedienst oder durch die qualitativ hochwertige Pflege von einem Kooperationspflegedienst (z.T. mit Palliative Care Ausbildung) statt. Die Tagesbetreuung wird durch ehrenamtliche, für diese Aufgabe zusätzlich ausgebildete Hospizmitarbeitende gewährleistet In der Nacht ist eine examinierte Pflegekraft präsent. Kosten entstehen für die Unterkunft und die Verpflegung.

Falls Sie uns unterstützen oder bei uns mitarbeiten möchten, wenden Sie sich an

Past.Ref. Andreas Bohnert Tel.: 06271 – 71738

oder

Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal Tel.: 06271 – 2360

Nähere Auskünfte bezüglich des Hospizvereins erhalten Sie von der ersten Vorsitzenden Susanne Weber Tel.: 06271 – 3221 (Hirsch-Apotheke)