Die dritte Präsentation von Eberbacher Künstlern, die der Museumsverein über den Sommer hinweg bis zum November organisiert, ist dem Schaffen von drei ortsansässigen Künstlern gewidmet.
Franz Musiol (*1949)
Holzskulpturen
Bärbel Schulz (*1951)
Freie Kalligrafie
Hans Wipfler (*1944)
Bildhauerei, Stein und Bronze
Keiner von ihnen ist in Eberbach geboren, aber alle drei haben seit langer Zeit ihren Lebens- und Schaffensmittelpunkt hier gefunden. Franz Musiol kam über lange berufliche Umwege aus Seefeld am Jadebusen in der Wesermarsch in den Süden Deutschlands und lebt seit 1996 in Eberbach.
Bärbel Schulz wuchs in Hamburg auf, kam 1972 aus beruflichen Gründen nach Heidelberg und lebt seitdem mit ihrer Familie in Waldbrunn.
Hans Wipfler wurde in Heidelberg geboren und wuchs dort auf, lebt und arbeitet aber seit 1967 in Eberbach.
Die drei Künstler mit innerdeutscher Migration und den eng beieinander liegenden Geburtsjahren 1944, 1949 und 1951 könnten von ihrem Weg in den Künstler-Beruf nicht unterschiedlicher sein. Auch nicht in dem, was Geist und Hand erschufen. Doch der Funke, der den Handwerker zum Künstler macht, hat sie alle drei inspiriert.
An den Skulpturen der Klassischen Moderne orientiert sich das Schaffen von Hans Wipfler, der die Werkstoffe der traditionellen Bildhauerei wie Holz, Stein, Steinguß, Ton, Gips, Bronze und neuerdings auch Stahl in seine plastischen Schöpfungen einbezog, während Franz Musiol sich hauptsächlich dem Holz widmet und hier im natürlich gewachsenen Baum mit seinen Ästen und Wurzeln den oft bizarren Formen nachspürt, sie für das Auge freilegt und Strukturen, Wuchs und Farbe des jeweiligen Holzes herausschält und damit seine Besonderheiten offenbart und den nach Raum greifenden einstigen Baum-Wesen neues Leben einhaucht.
Ganz der „schönen Form“ hingegeben sind die Arbeiten von Bärbel Schulz, die sich der Kalligraphie, dem „schönen Schreiben“, in ihren Werken auf Papier „verschrieben“ hat. In einer Zeit, in der Handgeschriebenes selten geworden ist, lässt die Kalligrafin die Buchstaben aus der Reihe tanzen, Wortfolgen als lineare Ketten durch die Bildfläche mäandern, Texte aus verschiedenen Schrifttypen, in abstrakte Formen geschnitten, ganze Bildflächen bedecken und zu eigenständigen Kompositionen werden.
