Zur Neuarrangierung der Sonderausstellung „Bergmann – Engel – Räuchermännchen“ im Museum der Stadt Eberbach
Die Sonderausstellung im Museum der Stadt Eberbach, die seit dem ersten Adventswochenende 2013 als Weihnachtsausstellung im ehemaligen Ratssaal gezeigt wird und eine deutliche Zunahme der Besucherzahlen über die Weihnachtszeit bewirkt hat, ist inzwischen der Jahreszeit angepasst worden und für den zweiten Teil der Ausstellungszeit bis Ende März mit einem Akzent auf dem Spielzeug neu arrangiert worden. Diesmal geht es verstärkt um das traditionelle Holzspielzeug aus dem Erzgebirge, das dort lange Zeit den eigentlichen Schwerpunkt der Holzkunstproduktion darstellte und bis in die Nachkriegszeit hinein viele Kinderzimmer bestimmt hat. Dagegen haben die typischen Weihnachtspyramiden und Krippen, die Kurrende-Sänger und Engelsscharen etwas das Feld geräumt, sind aber immer noch vertreten. Die Bergmänner, die in einer Vitrinen in zahlreichen festlichen Paraden antreten und die auch auf vielen der beweglichen oder beleuchteten Geräte immer gern vertreten sind, sind natürlich geblieben, ebenso wie die Engel, die seit häufig mit ihnen als Leuchter Paar bilden.
Gezeigt wird in der Sonderausstellung eine repräsentative Sammlung der beliebten Erzgebirgskunst, die viele alte Stücke aus dem 19. Und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts enthält und so einen Eindruck von der Entwicklung dieser Holzkunst im Erzgebirge bietet.
In dieser holzreichen Bergbauregion entwickelte sich angesichts zunehmender Armut seit der Barockzeit die Herstellung von Holzspielzeug in Heimarbeit, das dann auf den Messen in Nürnberg und Leipzig nicht nur für das Weihnachtsgeschäft vertrieben wurden, sondern das ganze Jahr hindurch. In und um Seiffen hat sich dieses von ganzen Familien betriebene Gewerbe weit ausgebreitet. Das Angebot wurde von Großhändlern seit dem frühen 19. Jahrhundert in gedruckten Katalogen mit Kupferstichen, später mit Photos vorgestellt. Auf die zurückbehaltenen Muster einer solchen Firma geht der ausgestellten Sammlung zurück. So können auch historische Musterkartons mit den Proben einfacher und zum Teil auch sehr komplizierter Modelle betrachtet werden. Das Angebot reicht von kleinen Kreiseln und Kegeln über Haus und Hof, sogar mit zeitgemäßem Feuerwehreinsatz, bis zu ganzen Stadtmodellen. Auch die Technik ist vertreten bis zu detaillierten Eisenbahnzügen und dem allerletzten Schrei unter den Automodellen – der Vorkriegszeit. Puppenstuben und Kaufmannsläden, Bauernhöfe und Jagdgesellschaften waren beliebig erweiterbar. Die Beliebtheit von Soldatenfiguren in früheren Zeiten führten zu Räuchermännchen und Nussknackern in bunten Uniformen, bedrohlichen Wachtmeistern und würdigen Königen, aber auch vielen gemütlichen und friedlichen Figurentypen. Attraktiv sind bis heute die Streichholzschachteln mit Miniaturszenen darin.
Es ist auch an Beispielen zu sehen, wie die kleinen Modellfiguren in rationeller Methodik, aber doch sehr vielfältiger Handarbeit Schritt für Schritt hergestellt wurden und werden. In den ersten Jahrzehnten und gerade in der Weimarer Zeit wurden verschiedene Anstrengungen unternommen, um im Werkstoff Holz weitere Spielzeug- und Gerätideen umzusetzen und die Palette der Produkte zu erweitern, von denen einige auch zu sehen sind. Um auch qualitativ und künstlerisch das Holzhandwerk und die Ausbildung der Künstler zu fördern, wurde die schon Mitte des 19. Jahrhunderts gegründete eine Spielwarenfachschule in Seiffen ausgebaut. Das führte zu einer Reihe neuer Erfindungen und auch zur Schaffung neuer Figurentypen, die heute so bekannt sind, dass man sie längst für sehr traditionell hält, wie z.B. die sog. Dresdner Striezelkinder. Neben den traditionellen Figuren werden heute auch attraktive künstlerische Neuentwürfe angeboten.
„Bergmann – Engel – Räuchermännchen“
Seit dem 1. Advents-Wochenende 2013 zeigt eine neue Sonderausstellung traditionelle Weihnachtsfiguren und altes Holzspielzeug aus dem Erzgebirge
Am Freitag, dem 29. November 2013 wird im Museum der Stadt Eberbach um
15 Uhr eine neue Sonderausstellung „Bergmann – Engel – Räuchermännchen“ eröffnet, die über die Weihnachtszeit im ehemaligen Ratssaal gezeigt werden soll.
Diesmal geht es um das traditionelle Holzspielzeug und die typischen Weihnachtsfiguren aus dem Erzgebirge. Gezeigt wird eine repräsentative Sammlung solcher Erzgebirgskunst, die bereits in einem Museum in Japan in einer Sonderausstellung zu sehen war. Sie enthält viele alte Stücke aus dem 19. Jh. und bietet einen Eindruck von der Entwicklung dieser Holzkunst, die heute geradezu für das Erzgebirge steht.
Im Erzgebirge, gekennzeichnet seit alters von Bergbau und Holzwirtschaft, entwickelte sich angesichts zunehmender Armut seit der Barockzeit die Herstellung von Holzspielzeug in Heimarbeit, das damals auf den Messen in Nürnberg und Leipzig besonders für das Weihnachtsgeschäft vertrieben wurden. In und um Seiffen hat sich dieses von ganzen Familien betriebene Gewerbe im 19. Jahrhundert weit ausgebreitet und bestimmt auch heute noch das Bild des Ortes. Das reichte von Puppen oder Soldaten über Pferd und Wagen und andere Bauernhof-Figuren bis zu Puppenstuben, Kaufläden und Schaukelpferden. Für Weihnachten kamen neben einfachem Kinderspielzeug auch bestimmte Figurentypen wie Engel oder Kurrende-Sänger, aber auch Gestalten aus dem damaligen Leben wie Bergmänner in ihrer Tracht, Nussknacker in bunten Uniformen, Räuchermännchen mit Pfeife und Kiepe. Man kann diese Figuren im Zimmer aufstellen oder ins Fenster stellen. Es gibt solche Figuren als Weihnachtsbaumanhänger, als Leuchter-Figuren, auf Spieluhren und in durch Kerzenwärme angetriebene mehrstöckige Mühlen, sog. Weihnachtspyramiden mit entsprechend gestaffeltem szenischem Programm der Weihnachtsgeschichte.