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07.  Jul 

 

Die "Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart im Eberbacher Museum

Am Sonntag, dem 7. Juli 2015, um 18.00 Uhr, findet – nach längerer Pause – wieder eine Musikveranstaltung im Alten Ratssaal des Museums der Stadt Eberbach am Alten Markt statt. Eine Heidelberger Studentengruppe wird unter der Gesamtleitung von Hans-Josef Overmann und am Klavier begleitet von Katharina Vollhardt-Dyck und Thomas Adelberger, eine konzertante Aufführung der Oper „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, zu Gehör bringen. Die Moderation übernimmt Ingemarie Samuelis-Hiller. Die Rollen der Solisten sind wieder mehrfach besetzt. Es hat einen erstaunlichen Effekt, wenn dann die Stücke auch von mehreren Sängern gleichzeitig gesungen. werden. Bei den Sängern handelt es sich um Studenten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Mitglieder der Vocalconsorts PRO MUSICA und PRO ARTE, Mitglieder der Liedertafel Leimen sowie des SAP-Chors. Nach demselben Konzept hat Hans-Josef-Overmann bereits mehrere Opern von Mozart und Gluck - immer mit großem Erfolg beim Publikum - aufgeführt, zuletzt vor zwei Jahren Mozarts Hochzeit des Figaro. Das Konzert findet wortwörtlich "im Rahmen" der noch um einen Monat verlängerten Sonderausstellung von Scherenschnitten und illustrierten Bücher der Eberbacher Künstlerin Ingrid Dietz-Zeidler statt.

Die Zauberflöte aus dem Jahr 1791 ist Mozarts wohl berühmteste Oper. Mehrere ihrer Arien sind allgemein bekannt und geradezu Ohrwürmer. Eigentlich handelt es sich um eines der damals in Wien beliebten Fantasie-Singspiele, die er zu einem Libretto des Chefs der Wiener Volksbühne Emanuel Schikander komponierte. Die Handlung der Geschichte hat mehrere Ebenen. Im Vordergrund stehen die Liebesgeschichten von Papageno und Papagena sowie von Prinz Tamino und Prinzessin Pamina, daneben spielt sich die Einweihung in Mysterien durch Tugend-Prüfungen ab, und zwar auf dem Hintergrund der Auseinandersetzung zwischen Pamina Mutter, der Königin der Nacht, und dem ägyptischen Oberpriester, dem Fürsten Sarastro. Die Deutung ihrer Intentionen und Charaktere wechselt für den Zuhörer mehrfach im Laufe des Stückes zwischen "gut" und "böse", was mit zur Spannung beiträgt. Neben Märchenmotiven sind hier Vorstellungen von der Weisheit des Alten Ägypten verarbeitet, wie sie damals in Kreisen der Freimaurer üblich waren. Denn zu diesen gehörten auch die Autoren der Zauberflöte. Manches bleibt für den heutigen Zuhörer recht rätselhaft, aber es waren offenbar auch schon ursprünglich mehrere Deutungsebenen intendiert, je nach dem Grad der "Einweihung" des Zuhörers in die freimaurerischen Mysterien. Aber auch ohne diese genoss man die Oper wegen ihres verwickelten fantasievollen Plots, der abwechslungsreichen Aktionen auf der Bühne und vor allem wegen Mozarts mitreissender Musik damals ganz offensichtlich, wie ihr großer Erfolg beweist. Den wünschen wir auch der Eberbacher Aufführung. Dazu ist der Eintritt übrigens frei, Spenden sind allerdings durchaus erbeten.

Das Plakat nimmt das Motiv des berühmten Bühnenbildes der Sternenhalle der Königin der Nacht auf, das Karl Friedrich Schinkel 1816 für die Berliner Aufführung der Zauberflöte schuf. Ihr Sternenhimmel führt vor Augen, wie die Sterne sich in ihrer stereotypen Anordnung in bedrohlicher Weise der Macht der Königin der Nacht beugen.

Hans-Josef Overmann
Hans-Josef Overmann